Fliessen und fliessen lassen -
Vom Wert des Wassers
Zweites Gesprächsseminar in Ernen
25. bis 28. August 2011
Wasser gibt und nimmt, vernichtet und bewahrt, es formt und löst, verbindet, verteilt und trennt. Menschen sind als Lebewesen auf der Erde auf Wasser angewiesen und bestehen selbst weitgehend aus Wasser.
Landschaften werden vom Wasser geprägt, von seinen Bewegungen, Gewässern, Niederschlägen, von Fülle oder Trockenheit. Die Alpen, das «Wasserschloss» Europas, haben bislang Wasser in Grundwasser, Gletschern und Firnen aufbewahrt und in lebenszuträglicher Form bemessen abgegeben.
Wenn Menschen in den Kreislauf und Haushalt des Wassers eingreifen, um ihre Lebensbedingungen zu verbessern, entwickeln sie Politik. Die frühesten Staaten lassen sich auf Kooperation bei der Bewässerung zurückführen. Die Reste des aufwendigen Systems der Suonen (Wasserleitungen) im Oberwallis führen das von Menschen gemeinsam bewirtschaftete Gleichgewicht von Mangel und Überfluss, Gunst und Gefahr vor Augen. Sie werden zunehmend als wertvolles Kulturerbe wahrgenommen.
Wasser ist in Bewegung, es verdampft in die
Atmosphäre, regnet ab, sickert, gefriert oder fliesst. Es überwindet mit Hilfe
der Sonne die Schwerkraft und gibt ihr als Flüssigkeit wieder nach. Es kann
deshalb als Energiequelle benutzt und zum Energiespeicher gemacht werden. Diese
Energiequelle wird heute «erneuerbar» genannt, obwohl sie ohne unser Zutun kommt und geht. Auch von dieser
menschlichen Nutzung sind die Alpen und ist das Oberwallis in hohem Masse
umgearbeitet und geprägt worden. Mit der Erwärmung des Erdklimas und der heutigen Wassernutzung sind schwerwiegende Probleme und Konflikte verbunden. Elementare Erfahrungen, wertvolles Wissen und unersetzliche Leistungen gehen verloren.
